Zu viel Training

"A lot helps a lot" oder auf Deutsch "Viel hilft viel" ist ein gängiges Motto einiger Kung Fu- und Sportbegeisterter. Doch ist das so? Ist immer mehr Training und immer mehr Üben der Wing Chun Ideen wirklich sinnvoller und auch gesünder für meinen Körper?

Sicher kann es nicht schaden, sich öfter im Training zu verausgaben. Doch trainierst du sehr intensiv und dies sehr oft, solltest du deinem Körper auch ausreichend Zeit zur Regeneration geben. Wenn du sehr hart trainierst, ohne deinen Körper zur Ruhe zu bringen, mal zu entspannen und neue Kraft zu tanken, wirst du übertrainiert.

Übertraining auch im Kung Fu

Übertrainiert im Sport, Kung fu oder Selbstverteidigung. Hier beim Training in SaarbrueckenOb nun Krafttraining, Selbstverteidigung oder tägliches Fitnesstraining in Natur und Park, es ist nicht das WAS und nicht das WO entscheidend bei Übertraining, sondern das WIE. Wie gehst du mit deinem Körper um, wenn er ausgepowert ist? Auch wenn du deinen Kampfsport sehr magst, manchmal hat man einfach keine Lust zu trainieren. Wenn die Lustlosigkeit mehrere Tage oder sogar in Folgewochen auftritt, kann es gut daran liegen, dass der Körper eine Ruhepause benötigt. Manche hingegen sind rastlos und unkonzentriert oder oft besonders müde - für Übertraining gibt es einige Anzeichen. Dabei kann es zu einem erhöhten Cortisolspiegel im Blut kommen, den Hypercortisolismus.

Unter Cushing-Syndrom versteht man eine körperliche Veränderung, die durch einen hohen Cortisolspiegel im Blut begründet ist. Viele und intensive Übungseinheiten bedeuten für den Körper oft Stress (Distress). Dies hat in der Regel eine verstärkte Cortisolproduktion zur Folge. Wird dies regelmäßig wiederholt, summieren sich die Stressreaktionen, hinzu kommt der Stress von Arbeit und Privatleben - chronischer Hypercortisolismus kann entsteht.

Alberto Salazar war Marathonläufer und erlebte am eigenen Körper die Folgen von Übertraining. Auch er dachte "Viel hilft viel". Doch am Ende führte seine Art des Trainings zur Kapitulation des Immunsystems. Alberto Salazar war ständig angeschlagen, verletzt und konnte letztlich gar nicht mehr trainieren.

Doch was sind Wege aus dem Übertraining, oder noch besser, wie kann man Übertraining vermeiden? Es ist relativ trivial: mach Pausen! Gönne deinem Körper auch Ruhezeiten. Sie sind nicht nur beim Muskelaufbau sehr wichtig für Verbesserungen. Schalte ab und lege bewusst Zeiten der Entspannung ein. Ist das Kind schon in den Brunnen gefallen, kannst du an diesen Dingen arbeiten:

  • Schlafhygiene. Kennst du nicht, dann wird es Zeit!
  • Eine ausgewogene Ernährung.
  • Versuche den Stress auch außerhalb des Trainings zu reduzieren.
  • Wie wäre es, zwischendurch wandern zu gehen oder ein paar Bahnen ziehen im Schwimmbad - aber gemütlich und ruhig.
  • Im Notfall ist ein Stopp angebracht. Dann wird das Wochenende komplett für die Regeneration eingeplant.
  • Ist es noch drastischer, könnte sogar eine mehrwöchige Auszeit notwendig sein.

Sprich in Fällen von starkem Übertraining am besten mit einem Arzt, Physiotherapeuten oder anderen Menschen, die in diesen Themen bewandert sind. In Saarbrücken gibt es einige gute Ansprechparnter zu diesem Thema. Von Dr. med. Wilfried Kindermann (Institut für Sport- und Präventivmedizin Universität des Saarlandes)  finden wir noch diese Informationen: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/?term=Kindermann%20W

Sport und auch Kung Fu - Training sollen Spaß machen und deine Leistungsfähigkeit verbessern. Achte also auf Übertraining.