Judo

Der erste Judo-Verein wurde 1918 von Gunji Koizumi in London gegründet. Er gilt als Ausgangspunkt für die Verbreitung des Judo in Europa. Mit seiner Gründung verbreitete sich Judo über ganz Europa. 1951 gab es bereits die ersten Europameisterschaften und 1956 die ersten Weltmeisterschaft im Judo. Die Kampfsportart Judo ist also noch recht jung.

Die Wurzeln dieser japanischen Kampfkunst liegen im Jujutsu und wurden von Professor Jigoro Kano dem geistigen Vater des Judo weiterentwickelt. Mit 23 Jahren gründete Kano eine Ju-Jutsu Schule und nannte den Stil den er unterrichtete, Judo. Kano setzte die Schwerpunkte im Judotraining auf das Körperliche Training, die Selbstverteidigung und die Selbstbeherrschung.

Die Geschichte des Judo

Judo gehört wie andere bekannte japanische Stile, zum Budo ("Weg des Kriegers" ). Budo ist der Oberbegriff für alle japanischen Kampfkünste. Dabei hat das Budo eine auf das Innere der Praktizierenden abzielende Funktion. Im Budo und daher auch im Judo geht es weniger um das Resultat als vielmehr um das Tun. Es ist daher ein innerer Prozess, dessen Ergebnisse offen und eigentlich nebensächlich sind. Die Fähigkeit zur Selbstverteidigung und andere messbare/ vergleichbare externe Ziele sind nicht wesentlich, sondern der Weg und "was mit einem macht".

Damit hat Budo und Bushidō als "Weg des Kriegers"  seine tiefere Bedeutung als Methode zur Selbstverwirklichung und Selbstkontrolle. Dies versteht man auch besser, wenn man weiß, dass die ersten Budo-Konzepte in der relativ friedlichen Edo-Periode (1600–1868) unter starkem Einfluss des Zen entstanden. Die Samurai führten keine Kriege mehr und der Kampf wurde im "Innern" ausgetragen.

Judo bedeutet "sanfter  Weg" und wurde von Kano Anfangs noch Jiu Jitsu genannt. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte sich die Bezeichnung Judo durch. Die ursprünglichen Jiu-Jitsu-Schulen wurden dann auch  offizielle zu Judo-Schulen.

Judo nach 1900

Als 1906 japanische Kriegsschiffe zu einem Freundschaftsbesuch in Kiel anlegten, wurde dem deutschen Kaiser Wilhelm II. diese Nahkampfkunst vorgestellt. Wilhelm II. war so begeistert, dass er seine Soldaten in diesem Stil unterrichten ließ. Der damals bedeutendste deutsche Schüler war Erich Rahn (1885 bis 1973). 1906 eröffnete Rahn im Alter von 21 Jahren die erste deutsche Jiu-Jitsu-Schule.

1933 wurde Judo von den Nationalsozialisten in das Fachamt Schwerathletik eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es von den Alliierten in Deutschland bis 1948 verboten. Im Jahr 1949 wurde Judo wieder zugelassen und 1953 wurde der Deutsche Judo-Bund gegründet.

Judo veränderte sich nach dem Zweiten Weltkrieg zum Wettkampfsport. Ernsthaft verletzende Techniken wie Schläge und Tritte werden heute, wenn überhaupt, erst zur Erreichung höherer Graduierungen im Judo unterrichtet. So blieben letztlich Falltechniken, Würfe und Bodentechnike. Es heißt, das  Schlag-, Stoß- und Tritttechniken aus dem modernen Judo entfernt wurden, um Wettkämpfe ohne Verletzungsgefahr für die Sportler zu garantieren.

Durch diese Beschränkungen werden folglich nicht alle Möglichkeiten zur Selbstverteidigung gelernt. Ich denke Judoka machen Judo aber auch weniger aus Gründen der Selbstverteidigung. Da es sich bei diesem Budo-Stil im Wesentlichen um die innere Arbeit dreht, spielen diese Veränderungen wahrscheinlich keine Rolle.

Judo wird barfuß und in einem speziellen Anzug trainiert und kann von Männern und Frauen gleichermaßen trainiert werden.

Schulen gibt es im Saarland und auch in Saarbrücken. Günstig ist für Studenten das Angebot beim Hochschulsport der Universität Saarland bzw HTW. Schau mal auf der Page des Unisports, dort gibt es oft Judokurse. Auf den Websites der Sportvereine ATSV und TBS in Saarbrücken sind (stand 2020) keine Judo-Angebote zu finden.