Normorientierter und problemorientierter Lehrweg

Auch Geschlossener- und Offener Lehrweg genannt. Doch was bedeutet dies und welcher Weg ist im Kampfsport der sinnvollere?

 

Normorientiert oder Geschlossener Lehrweg

Wie der Name schon sagt, orientiert man sich bei dieser Methode an der Norm. Bewegungen der Kampfkunst oder des Kampfsports werden also vorgegeben. Es gibt genaue Anweisungen, wie eine Bewegung durchgeführt wird und auszusehen hat. Bewegegungen können demonstriert und vorgeführt werden. Das Üben der Bewegungen erfolgt ggf. mit Bewegungskorrekturen und Hilfestellungen. Am Ende kann das Verwenden der Bewegung stehen. So z. B ein Hook oder ein Kick.

Beispiel: Der Trainer gibt als Norm die Bewegung des Tansao vor. Die Gruppe übt den Tansao. Später versucht man die Bewegung als Verteidigung auf einen Schwinger.

Vorteile: Direkter Weg zur Bewegung und schnelles Erleben. Die Methode ist Zielgerichtet auf gewünschte Ergebnisse. Die Gruppe ist durch den Trainer leicht kontrolierbar.

Nachteile: Da die Schüler wenig mitgestallten entsteht wenig Kreativität. Es gibt wenig Entscheidungsspielräume und der Trainer ist in der dominanteren Rolle. Einige Schüler empfinden diesen Weg ggf. als den langweiligeren.

Problemorientierter oder Offener Lehrweg

Quansao im Wing Chun lernen :: Auch im SaarlandHier geht man eher spielerisch an das Training. Es gibt eine Aufgabe und man versucht eine "Lösung" oder "Antwort" durch Erproben und Suchen zu finden. Dabei kann sich eine beste "Lösung" herausstellen. Diese Bewegung wird dann auch geübt und ggf. korregiert. Am Ende kann das Verwenden der Bewegung stehen. So z. B. ein Quansao oder ein Tansao. 

Beispiel: Die Aufgabe ist, dass die Gruppe eine Verteidigung auf einen Schwinger finden soll. Verschiedene Lösungen werden vorgeschlagen, darunter auch Tansao. Man vertieft das Üben des Tansao.

Vorteile: Räume für Kreativität erhöhen ggf. die Motivation und den Spaß am Training. Es fördert die Selbstständigkeit/Kreativität der Schüler weil man den Schülern Spielraum lässt.

Nachteil: Der Zeitaufwand ist höher und da es wahrscheinlich verschiedene Lösungen gibt, nicht unbedingt Zielgerichtet. Der Trainer kann das Ergebniss schwieriger kontrolieren und bei schwierigen Techniken ist die Methode selten zielführend.

 

Wie man erkennen kann haben beide Methoden unterschiedliche Vor- und Nachteile. Sie sind der "Schwarz-Weiß-Rahmen" in dem man das Training aufbauen kann. Die Gewichtung ist dann nochmal stark von der Gruppe und den Zielen der aktuellen Lehreinheit abhängig.

Beide Lehrwege aus der Trainingslehre sind sinnvolle Eckpfeiler und Methoden, um Kampfkunst und Kampfsport zu vermitteln und gemeinsam zu trainieren.